Der Gottesdienst

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Das Wesen christlicher Gottesdienste!

Der Sinn und die Bedeutung christlicher Gottesdienste wird oft missverstanden!

Wenn Lehrer oder Geistliche mit Schülern bzw. Jugendgruppen eine Kirche besichtigen, beginnen etliche der Jugendlichen schnell, "Gottesdienst zu spielen". Einige wenden sich dazu zum Altar und drücken aus, dass sie sich einen zürnenden Gott vorstellen, den sie mit Verbeugungen und Opfergaben besänftigen wollen. Andere bilden Sätze aus unverständlichen Worten, die sehr nach "Abrakadabra" klingen. Wieder andere stellen sich vor die imaginäre Gemeinde und "beschimpfen" und "ermahnen" sie mit erhobenem Zeigefinger.

Dieses Treiben stimmt nachdenklich. Denn die gar nicht böse gemeinten Äußerungen zeigen, wie sehr missverstanden wird, was Gottesdienst wirklich ist.

Das Bild von Gottesdienst bei vielen Erwachsenen ähnelt dem dieser Jugendlichen. Sie äußern ihr Unverständnis über einzelne Redewendungen und ganze Abschnitte unseres Gottesdienstes. Sie meinen, in der Predigt würde man belehrt oder gar beschimpft, und man müsse Gott mit Sündenbekenntnissen, Gebeten und materiellen Gaben gnädig stimmen. Die symbolischen Handlungen, die zu unseren Gottesdiensten gehören, sind ihnen fremd.

Gottesdienste müssen verstehbar und miterlebbar gestaltet werden!

Es gilt, das gottesdienstliche Geschehen verstehbar und miterlebbar zu gestalten.

Werden Menschen im Gottesdienst in ein Gespräch mit Gott hineingeleitet, so sind sie überrascht, berührt und dankbar.

Wenn ihre Ängste, Hoffnungen, Sehnsüchte zur Sprache kommen und das Wort Gottes als Antwort darauf verstanden wird, ist es ein Gottesdienst, der all ihren Vorurteilen entgegensteht. Er wird als direkte, heilsame Begegnung mit Gott und mit den anderen Menschen - einschließlich dem Pfarrer / der Pfarrerin - erlebt.

 

Gottesdienst ist Dialog!

Das eigentliche Geschehen des Gottesdienstes zu erklären und praktisch zu entfalten, ist so einfach. Martin Luther hat es auf einen Nenner gebracht, der mittlerweile von allen Konfessionen anerkannt ist.

Zur Einweihung der Torgauer Schlosskirche hat Luther am 5.10.1544 zur Bedeutung des Gottesdienstes dargelegt, dass ...

"... nichts anderes darin geschehe, als dass unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort und wir wiederum mit ihm reden durch Gebet und Lobgesang".

Diese Erklärung Luthers zum Wesen christlicher Gottesdienste (und da ist kein Unterschied zwischen Gottesdiensten der katholischen und protestantischen Kirchen) klingt wie eine Binsenweisheit. Darin wird jedoch eine Erkenntnis deutlich, die immer wieder in Vergessenheit gerät:

Gottesdienst ist persönliche Begegnung aller Beteiligten mit Gott.

Gottesdienste sind somit nicht "Schauveranstaltung" in dem Sinne, dass sich vorne am Altar etwas abspielt, während viele aus der Distanz zuschauen. Er ist keine "Soloshow" des Pfarrers oder der Pfarrerin. Er ist keine "Opferhandlung" und keine "Lehrveranstaltung".

Für Menschen, in deren Verantwortung die Gestaltung von Gottesdiensten liegt, ist es Aufgabe, diese "dialogische Struktur" des Gottesdienstes zu betonen und bewusst zu praktizieren. Dabei dürfen wir noch einen Schritt über Luthers Erklärung hinausgehen und deutlich werden lassen:

Gottesdienst ist das Gespräch mit Gott und zwischen Menschen vor Gott.

Alle Beteiligungs- und Äußerungsmöglichkeiten, die wir aus lebendigen menschlichen Begegnungen kennen, haben somit im Gottesdienst ihren Platz:

Die Feiernden danken, zweifeln, loben, klagen, lachen, weinen, bitten, flehen, entschuldigen sich, singen, träumen, rufen, schweigen - gegenseitig, miteinander und vor Gott.

Aus dem Buch sind die Texte dieser Website:

Das Gottesdienstbuch
130 Seiten / 8,-- Euro

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Gottesdienste sind also Feste, die man miteinander, mit und vor Gott feiert.

Dies gilt in besonderem Maße für die Gottesdienste an besonderen Stationen und Wendepunkten des Lebens, wie Taufe, Trauung, Bestattung. Diese Anlässe werden zum wirklichen Fest, wenn man nicht die Geistlichen vorne am Altar allein agieren lässt. Gerade im Taufgottesdienst, bei kirchlicher Trauung und im Trauergottesdienst geht es darum, dass die Beteiligten ihre Hoffnungen, Gebete und guten Wünsche einbringen und sie sich an Gebeten, Liedern sowie der Gestaltung des Ablaufs aktiv beteiligen.

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