Der Gottesdienst

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Eingangsvotum und Grußformel (Salutatio) im Gottesdienst

Geschichte und Bedeutung

Stellung im Gottesdienstablauf

Seite 2: Gruß gestalten

Liturgischer Gruß im Gottesdienst

"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes"

"Amen!"

"Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn"

"Der Himmel und Erde gemacht hat!"

"Der Herr sei mit euch!"

"Und mit deinem Geist!"

Geschichte und Bedeutung des liturgischen Grußes

Im Namen des Vaters ... Votum und Erinnerung an die Taufe

"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" - Wir erkennen in diesem Vers den Missionsbefehl / Taufbefehl:

„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes ...“ (Matthäus 28,19).

Damit wird zu Beginn deutlich: Gott sendet und ruft uns. In seinem Namen sind wir hier. Er ist bei uns. In der Taufe ist dieses Bündnis mit Gott besiegelt, daher diese Tauferinnerung.

Es ist gut, dass dieser Satz als Votum (= Gelübde, Gebet, Wunsch) gleich zu Beginn ausgesprochen wird und somit als biblisches Motto über dem gesamten Gottesdienst steht.

In einer kommerziellen Welt, in der alles gesponsert ist und „im Namen“ irgendeiner Firma veranstaltet wird, ist es gut, sich zu verdeutlichen, dass hinter und über dieser gottesdienstlichen Gemeinschaft kein anderer Name als der Name Gottes steht und kein anderes Interesse als die gute Absicht Gottes für die Menschen. Seine Gegenwart und sein Dienst an uns machen die Versammlung zum „Gottesdienst“. In seinem Namen feiern wir.

 

Unsere Hilfe ...

Besinnung auf die heilende Kraft Gottes

Der Vers "Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, - der Himmel und Erde gemacht hat“ entspricht Psalm 121,2 sowie Psalm124,8. Diese Worte aus dem Alten Testament zeigen auf, dass wir als hilfebedürftige und hilfesuchende Menschen zusammengekommen sind. Gleichzeitig wird versichert, dass die Hilfe von Gott kommt - und nur von ihm.

Mit diesem Psalmvers, im Wechsel zwischen Liturg / Liturgin und Gemeinde gesprochen, wird seit jeher das Sündenbekenntnis eingeleitet.

 

Der Vers ist eigentlich nicht Teil des Eingangsvotums.

In Verbindung mit "Im Namen des Vaters ..." wird dieser Satz aber heutzutage auch als Einleitungsformel zum Gottesdienst verstanden und vielerorts als Teil des Eingangsvotums gesprochen, selbst wenn kein Sündenbekenntnis folgt.

Liturgiegeschichtlich ist dies ein Bruch und entstanden durch Unkenntnis. Inhaltlich ist es sinnvoll. So bezeugen wir gleich zu Beginn nicht nur, dass wir im Namen Gottes versammelt sind, sondern zusätzlich, dass bei Gott alle Hilfe liegt und wir unser Leben in die Hand dessen legen, der „Himmel und Erde gemacht hat“.

 

Der Herr sei mit euch

Diese Formel ist Gruß und Segen gleichzeitig

Auf „Der Herr sei mit euch“ antwortet die Gemeinde „und mit deinem Geist“. Solchen Gruß und Gegengruß (Salutation) kennen wir schon aus dem Alten Testament. Es heißt z.B. im Buch Rut: Boas sprach zu den Schnittern:

"Der Herr sei mit euch!" Sie antworteten: "Der Herr segne dich!“ (Rut 2,4).

Jesus legte besonderen Wert auf die jüdischen Grußformeln, und so erhielten sie ihren Platz in den neutestamentlichen Schriften.

In unsere Gottesdienste kam der Gruß zunehmend seit dem 4. Jahrhundert.

Dieser „Gruß und Gegengruß“ ist genauer betrachtet ein Austausch von Segenswünschen zwischen den Geistlichen und der Gemeinde.

Es wird deutlich, dass die Geistlichen nicht nur Segen spenden, sondern Segnung auch selbst entgegennehmen. Man steht gleichberechtigt vor Gott und drückt Gemeinschaft aus, indem man sich gegenseitig Gutes / Heil wünscht.

Weiter: Die Stellung des Grußes im Rahmen des Gottesdienstes

An welcher Stelle im Ablauf wird dieser gottesdienstliche Gruß gesprochen?

An welche Stelle gehört das "Der Herr sei mit euch"?

"Der Herr sei mit euch ...“ sind wir an einer späteren Stelle gewohnt. Da Chor und Gemeinde den Gottesdienst früher selbständig begannen, grüßte der Liturg erst, wenn er sich der Gemeinde zuwandte - vor dem Gebet des Tages. Da in unseren Gottesdiensten Liturg / Liturgin schon im ersten Teil vor die Gemeinde tritt ist es aber durchaus stimmig, diesen Gruß (Salutatio) an den Anfang zu stellen.

 

Sehen Sie es locker!

Doch spricht nichts dagegen, das "Der Herr sei mit euch" an einer anderen Stelle oder auch mehrfach im Verlauf eines Gottesdienstes auszusprechen. Es ist eben nicht nur ein Gruß, sondern eine Segensformel und eine Bekundung der Nähe und des gegenseitigen Wohlwollens. Gern darf man sich dies öfter zurufen.

 

Wohin mit dem "Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn"?

Problematisch ist es schon, den Psalmvers „Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn ...“ vom später folgenden Rüstgebet / Sündenbekenntnis zu trennen und zur liturgischen Begrüßung zu machen. Denn dieser Vers gehört liturgiegeschichtlich und inhaltlich zum Rüstgebet: Er kennzeichnet Gott als den Retter aus der Sünde und Hilflosigkeit, wie sie im Rüstgebet zum Ausdruck kommt. Daher kann sich die liturgische Begrüßung gerne auf die Tauferinnerung („Im Namen des Vaters ...“) und den Gruß „Der Herr sei mit euch“) beschränken.

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