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Lesung „Altes Testament“ / „Epistellesung“

Lesung gestalten

Seite 1: Erste Schriftlesung

Ausgestaltung & Alternativen zur Epistellesung

Die Epistellesung durch Lektoren bzw. Lektorinnen gestalten

Soweit wir christliche Gottesdienste zurückverfolgen können, haben Lektoren / Lektorinnen die Epistel gelesen.

Lektorinnen und Lektoren schulen und unterstützen

Ein Lektorenplan, der einige Monate oder gleich das ganze Kirchenjahr umfasst, regelt leicht, dass nicht immer Amtspersonen die Texte lesen. In gewissen Abständen sollte man im Lektorenkreis Texte gemeinsam besprechen und das Lesen einüben.

Es gibt Lektionare (Bücher, die die Leseabschnitte enthalten) im Taschenbuchformat, diese kann man den Lektoren / Lektorinnen zukommen lassen, damit sie die Möglichkeit haben, sich frühzeitig vorzubereiten.

In manchen Kirchen liegen die Lesungstexte zugänglich für das ganze Jahr (in Ringmappen) aus, damit Lektoren „ihre“ Texte schon in den Wochen vorher einsehen und mitnehmen können. Am Jahresende wird die Mappe wieder aufgefüllt.

 

Die Vortragsweise der Lesungstexte

Oftmals werden biblische Texte im Gottesdienst in einem getragenen Ton gelesen, der wohl die „Übermenschlichkeit“ und „Heiligkeit“ der Texte unterstreichen soll; zu viele Worte werden dabei betont. Das Ergebnis ist, dass man inhaltlich wenig versteht und besonders junge Teilnehmer und seltene Gottesdienstbesucher angeregt werden, sich darüber lustig zu machen - weil diese Art des Vortragens fremd ist.

Man sollte versuchen, „natürlich“ zu lesen. Der Text muss durchdacht und vom Leser / von der Leserin selbst verstanden sein; gut ist es, wenn die persönliche Beziehung des Lektoren / der Lektorin zum Text erkannt wird. Der oft zu findende Vorschlag, aus Übungsgründen für jeden Satz nur ein Wort zu betonen, hat sich bewährt.

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Lektoren nutzen verschiedene Lesepulte und Orte

Es hat Tradition, dass die Epistel am Lesepult der Südseite des Kirchraumes (also rechts vom Altar) gelesen wird. Das Evangelium wurde (wird) an der Nordseite gelesen. Diese Tradition ist kaum mehr bekannt, und unsere Kirchen haben zumeist nur ein Lesepult.

Da aber auch Bewegung, Veränderung, Wechsel von Standorten der Mitwirkenden von Bedeutung sind, lohnt es sich darüber nachzudenken, wo Texte gelesen werden. Völlig langweilig ist es (und eine optische Verflachung inhaltlicher Unterschiede), wenn es gar keinen Wechsel liturgischer Orte gibt - wenn Gebete und Texte (im schlimmsten Fall von einer einzigen Person) am Altar gelesen werden.

 

Die Auswahl der biblischen Lesungstexte für den Gottesdienst

Die Texte der Perikopenreihe (Lesereihe) sollten als Vorschlag verstanden werden. Oft passen die festgelegten Perikopen in die Gestaltung des Gottesdienstes, denn die vorgeschlagenen Lesetexte sind inhaltlich aufeinander und in Bezug auf die anderen wechselnden Texte (wie Eingangspsalm, Gebet des Tages, Wochenlied) abgestimmt.

Wichtiger aber, als sich fest an diese althergebrachten Reihen zu halten, ist, dass jeweils begründet werden kann, warum gerade dieser Text an dieser Stelle steht - welchen Bezug hat er zur Predigt, zum speziellen Sonntag, zum Thema des Tages, zum besonderen Anlass?

Zur Lesung hinführen

Die Lesung mit einem Präfamen einleiten bzw. mit einem Postfamen erklärend abschließen

Was sind Präfamina und Postfamina?

Die Lesungen können mit einem „Vorwort“ (Präfamen) eingeleitet werden oder einem „Nachwort“ (Postfamen) enden. Diese kleinen einführenden Erklärungen oder kurzen nachfolgenden Erläuterungen erleichtern das Verständnis des Textes.

Präfamina und Postfamina sollten keine Zusammenfassung der Texte sein. Es kann z.B. angegeben werden, in welchem Zusammenhang der Text steht; Fremdwörter oder schwierige Satzkonstruktionen können erklärt werden.

 

Welche Bedeutung haben Präfamina?

Beim Übergang von Anbetung (1. Hauptteil des Gottesdienstes) zu Verkündigung (2. Hauptteil) vollzieht sich ein Wechsel in der Art der Beteiligung. Nachdem man Hymnen und Klagen ausrief, wechselt man nun zum Zuhören. Ein Präfamen vor der ersten Lesung bewirkt, dass die Gemeinde auf das Zuhören und damit auf die Lesung eingestimmt wird.

Es ist eine Aufgabe für Vorbereitungskreise und Bibelstunden, solche Präfamina und Postfamina zu erstellen. Sie sollten (da ja noch die Predigt folgt) kurz sein. Manche Bibelübersetzungen bieten Einleitungen zu den einzelnen Büchern; diese Informationen können dabei sehr gut verarbeitet werden.

Mehrere Präfamina und / oder Postfamina im Verkündigungsteil können sich ergänzen und die Predigt ersetzen. Dies ist besonders angebracht bei Gottesdiensten mit Teilnehmenden, die nicht gewohnt sind, (lange) Predigten an einem Stück zu hören.

 

Abschlussverse (abschließende Versikel)

Von Lektor und Gemeinde im Wechsel gesprochen

Die Epistellesung kann mit einer festen Redewendung abgeschlossen werden. Vorschläge für solche „Versikel“ (= Verschen) finden wir in der Ökumene:

Lektor / Lektorin:

„Worte der Heiligen Schrift.“ oder „Wort des lebendigen Gottes.“

Gemeinde antwortet jeweils:

„Gott sei Lob und Dank.“

Es versteht sich von selbst, dass solche Versikel nicht spontan und sporadisch eingebracht werden können. Sollte man sich dazu entscheiden, so muss die Gemeinde darauf vorbereitet und daran gewöhnt werden.

Beabsichtigt man die Einführung solcher Redewendungen, so ist die „liturgische Annäherung“ an die katholische Partnergemeinde sicherlich ein Argument. Dennoch bleibt es fraglich, welche Bedeutung die Aufnahme solcher „Verschen“ für die Gottesdienstgestaltung hat.

Weiter: Geschichte der Lesungen und der Leseordnung