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Der Tempelbau

Predigt im Gottesdienst am Neujahrsabend

Historische Predigt - heutzutage neu gehalten!

Diese Predigt wurde ursprünglich gehalten vom kaiserlichen Hofprediger Karl Storch am Neujahrsabend des 1. Januar 1900 in der Magdeburger Ulrichskirche. Sie kann so auch heutzutage gehalten werden - wie wir es im Projekt "Historische Predigten" taten

Magdeburg - Alte Stadtansicht

Magdeburg um 1900

Unten auf dieser Seite: Wie kann man diese Predigt heutzutage im Gottesdienst und in der Gemeindearbeit nutzen?

 

Der biblische Predigttext

Haggai 1, 2 - 8

“Dies Volk spricht: Die Zeit ist noch nicht da, daß man des Herrn Haus baue .... Aber eure Zeit ist da, dass ihr in getäfelten Häusern wohnt, und mein Haus muß wüst stehen? Nun, so spricht der Herr Zebaoth: Schauet, wie es euch geht; ihr säet viel , und bringet wenig ein; ihr esset, und werdet doch nicht satt; ihr trinket, und werdet doch nicht trunken; ihr kleidet euch, und könnt euch doch nicht wärmen; und welcher Geld verdient, der legt`s in einen löchrichten Beutel. So spricht der Herr Zebaoth: Schauet, wie es euch gehet! Sehet hin auf das Gebirge und bauet das Haus; das soll mir angenehm sein, und will meine Ehre erzeigen.“

Die Predigt

Das alte Haus haben wir verlassen.

Ein Jahr lang durften wir darin zur Miete wohnen. Mit dem Neujahrsmorgen sind wir in das neue Haus eingezogen, und der reiche Herr, dem es zu eigen gehört, hat uns an der Türschwelle ein „Gottwillkommen“ zugerufen.

Wer auch nur einmal im Leben umgezogen ist, weiß von den Nöten und der Unruhe des Umzugs zu erzählen. Ist auch das Haus unter Dach und Fach, und sind die Wohnräume fix und fertig, so gilt es doch das Haus einzurichten und nach den besonderen Verhältnissen auszubauen. Und das bringt mancherlei Unruhe mit sich.

 

Wie werden wir uns in dem neuen Hause einrichten? Nach welchem Plane gedenken wir es auszubauen? ...

Die einen werden ein Geschäftshaus planen, die anderen ein Familienhaus, die dritten einen behaglichen Ruhesitz, und es ist recht so: wir alle werden in dem Neubau des beginnenden Jahres unseren Geschäften, unseren Berufen, unserem Amte zu leben haben, ... wir alle werden darin unsere Familie und, die zu ihr gehören, sammeln.. und wiederum werden wir alle in dem neuen Hause unsere Ruhe- und Feierabende suchen und mit Gottes Hilfe finden. Darum kann`s aber nicht ein bloßes Altersheim sein: es muß in dem allen zugleich höherem Zwecke dienen ...

 

Kommt, laßt und den Neubau, den uns Gott der Herr zum Wohnsitz angewiesen hat, zum Tempel ausbauen, in welchem seine Ehre wohnt! Der Herr selbst ruft uns bei Beginn des neuen Jahres zu:

Gehet hin und bauet mein Haus!

Die Aufforderung und Mahnung zum Bauen galt, wie wir`s aus dem prophetischen Worte bei Haggai gehört haben, dem alttestamentlichen Bundesvolke.

 

Der Ruf blieb zunächst unverstanden ...

Das Volk war eben aus der Verbannung heimgekehrt, und wir fühlen`s den Heimgekehrten nach, wie wohlig es ihnen auf der heimatlichen Scholle war. Lange genug hatten die das Brot der Trübsal an den Wassern zu Babel gegessen, lange genug hatten die Harfen an den Weiden gehangen, und wenn der Wind durch die losen Saiten rauschte, dann klang`s wie ein Heimatlied, und die verbannten Männer hoben die Schwurfinger: “Vergesse ich dein, Jerusalem, so will ich meiner Rechten vergessen!“ ... Endlich, endlich ging der Tag der Befreiung auf ... die Ketten fielen ... die Berge der Heimat lagen vor den sehnsüchtigen Augen, und der Jordan rauschte und die Palmen und die ölbäume winkten ... aber da war`s so, wie es seitdem so oft erlebt wurde: der große Augenblick fand ein kleines Geschlecht!

 

Die unfreiwillige Tatenlosigkeit im fremden Lande hatte die Männer verweich-licht, der asiatische Luxus die Frauen entnervt ... und nun trugen sie diesen Luxus in die neuen getäfelten Häuser, in das Heimatleben, statt dessen zu gedenken, der ihnen nach langer Schande Nacht in Flammenglanz erschienen war, und ob ihnen das Gewissen schlagen mochte, so wußten sie`s mit sanftem Wort einzuschläfern: “Die Zeit ist noch nicht da, daß man des Herren Haus baue!“

 

Da tritt ihnen der Prophet entgegen und sein dunkles Auge sprüht Feuer und Zorn: “Wie? Die Zeit ist noch nicht da? Am Vergänglichen zu bauen, habt ihr Zeit und immer wieder Zeit! Euren Leib zu pflegen, eure Häuser zu schmücken, eurer Lust nachzugehen, vor allem aber Mammon aufzuhäufen, dazu habt ihr Zeit! Aber wie weit kommt ihr damit? Euer innerer Mensch verkommt.. eure Seele verschmachtet ... euer Gemütsleben verödet.. euer Lebensquell versandet ... eure vollen Tafeln bringen euch weder Genuß noch Frieden ... euer Purpur und köstliche Leinwand deckt nicht euere innere Blöße ... wollt ihr in Wahrheit das Volk das Herrn sein, dann gebt ihm die Ehre: “Gehet hin auf das Gebirge, schlagt Holz und baut sein Haus!“

Wie Gewitterzorn schlug das Wort ein ... endlich besannen sie sich und gingen hin und bauten den Tempel des Herrn ...

 

Wir nehmen das gewaltige Wort am Neujahrstage auf:

Kommt, laßt uns hingehen und das Haus des Herrn bauen!

Vielleicht klingt`s seltsam, wenn inmitten des Winters zum Bauen aufgefordert wird. Jeder Laie wird fragen, „Die Zeit ist noch nicht da, und wenn es selbst gelänge, das Fundament auszuschachten und Baumaterial heranzuschaffen, so wäre es doch verlorene Mühe und Arbeit, den Mörtel zu rühren und Stein auf Stein zu fügen. Eine einzige Frostnacht würde den angefangenen Bau sofort zerstören. Es ist noch nicht Zeit! Warten wir doch bis zum Frühjahr!“

 

Und doch leidet der Bau trotz Frost und Winterkälte keinen Aufschub.

Vielen freilich ist das Bauen unangenehm; es bringt so viel Unruhe, Störung und Schmutz mit sich. Und wenn die vier Wände nur einigermaßen fest sind, dann wehrt man den Maurern und Zimmerleuten. Aber wenn`s sich nun zeigt, daß hier der Schwamm emporkriecht und dort der Holzwurm hämmert, daß die Wände rissig werden und das Dach undicht... dann hat das Hinausschieben seine Gefahr ...

Wir wollen zur rechten Zeit an das Bauen gehen ... an dem Bau, der uns befohlen ist, können wir nicht frühzeitig genug stehen: Das Haus des Herrn will erbaut sein!

Ist das ein Kirchbau? ein Bau zu gottesdienstlichen Zwecken? Gewiß, und wir freuen uns, daß die Aufforderung zum Bauen, ihrem ursprünglichen Sinne nach, in den letzten Jahrzehnten so viel Verständnis gefunden hat.

 

Nach der Reformation hat man Jahrhundertelang kaum an den Neubau evangelischer Gotteshäuser gedacht ... mag sein, daß die furchtbaren Kriegszeiten ale kirchliche Bautätigkeit lahm legten, mag sein, daß die evangelische Kirche genug und übergenug an der Ausgestaltung ihrer Lehre zu tun hatte ... aber seit etwa dreißig Jahren sehen wir, wie alte, unschöne Gotteshäuser restauriert und wie, zumal in den ins ungemessene wachsenden Großstädten, neue Tempel zu Gottes Ehre gegründet werden. Es ist wahrhaft erfreulich, zu sehen, wie angesichts der allgemeinen Bautätigkeit auch Bausteine für Gotteshäuser zusammengetragen werden. Und mit besonderer Freude erfüllt es jedes evangelische Herz, daß das Interesse für Kirchenbauten nicht örtlich begrenzt bleibt, sondern weit über die Grenzen der Heimatgemeinde hinaus lebendig ist.

 

Denkt an die in Deutsch-Böhmen aufsteigenden Kirchen und Kirchlein, die redenden Zeugen von der sogenannten Los von Rom-Bewegung, die wir füglich eine Hin zu Christo-Bewegung nennen sollten ... denkt an das Heilandskirchlein zu Mürzzuschlag, dessen Grundstein der schlichtfromme Poet legte ... denkt an die Gedächtniskirche zu Speier, an den, freilich und leider noch immer nicht begonnenen evangelischen Kirchbau in Rom. Wahrlich, wenn es vor fünfzig Jahren so schien, als ob Kirchengebäude überhaupt überflüssig wären, und wenn einst Karl Immermann vor achtzig Jahren schrieb: “eine Kirche gibt es kaum noch!“ So heißt es jetzt auf der ganzen evangelischen Linie: “Die Zeit ist da, dem Herrn Häuser zu bauen!“ Und wer dem Gustav-Adolf-Vereine und dem Evangelischen Bunde, die an erster Stelle in dieser Bauarbeit stehen, die Hände stärken will, soll von Herzen am Bau willkommen sein!

 

Nun wissen wir wohl: „Gott wohnt nicht in Tempeln, von Menschenhänden gemacht“ ... Dome müssen noch so wunderherrlich aufsteigen und Kirchen mit Bildern und Schmuck reich, oft zu reich ausgestattet werden.. das tut`s noch nicht, denn das alles ist Menschenwerk und äußerlich. Und davon heißt`s: “Was sichtbar ist, das ist vergänglich!“ ...

Jene armen Waldenser, die von der römischen Kirche bis aufs Blut verfolgt wurden, hatten kein Gotteshaus, aber in schweigenden Wäldern und versteckten Tälern wölbte sich ihnen der unsichtbare Dom. Jene treuen Salzburger, die, von dem fanatischen Erzbischof Firmian von Haus und Hof vertrieben, ihrem Heimatskirchlein den letzten wehmütigen Gruß zuwinkten, fanden unter freiem Himmel, auf der Landstraße die Stätte, wo Sie beten konnten. Jenen glaubens-starken, provencalischen Bäuerinnen, die um ihres evangelischen Bekenntnisses willen in das schreckliche Turmverließ geworfen wurden, wurde der Kerker zum Gotteshause, und heute noch predigt dort ein Stein mit der Inschrift: “Re-sistez! Haltet Stand!“ von der gottesdienstlichen Treue dieser Märthrerinnen ...

 

Also, an dem äußeren Tempelbau liegt es nicht! ...

über dem äußeren Bau steht der innere ... über den Steinbauten der Geistes- und Herzensbau.. über den vergänglichen Mauern und Gewölben der Bau, der ewig ist, der Bau zu Gottes Ehre!

Verstehen wir dieses Bild?

Jene bauten den Tempel, der auf der Höhe von Morijah die Hauptstadt krönte, und wir fühlen die Freude nach, mit der sie das Weihelied sangen: “Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth“.. aber auch dieses Gotteshaus wurde der Erde gleich gemacht. Jerusalem hörte auf der Ort zu sein, wo man Gott anbeten konnte.. an Stelle des steinernen Tempels schuf der große Baumeister den lebendigen Tempel: Christum Jesum, in dem er selbst wohnte.

Nach dem Vorbilde dieses Tempels sollen wir uns und unser Leben zum Gotteshause ausbauen ... wie in dem Tempel der Persönlichkeit Jesu Christi Gott wohnte und nichts als Gott, so will er in uns und bei uns wohnen ...

In unseren Häusern wohnt oft eine seltsame Gesellschaft unser einem Dache zusammen. Rastlos tätige und beschaulich behäbige Männer und Frauen ... Menschen voll großer Leidenschaften und Kinder des Friedens ... Menschen, die die Zeit auskaufen, und Menschen, die die Zeit totschlagen ... laute und stille ... hastige und ruhige.. besitzende und besitzlose.. verfeindete und gesellige ... eine wunderlich zusammengewürfelte Schar!

 

Aber nun sieh`, welch eine seltsame Gesellschaft in deinem Herzenshause wohnt!

Da geht die Sorge, die nimmer rastende, zur Tür aus und ein ... da schreitet die Unruhe, die nimmer zu befriedigende, auf und ab ... da weilt die Sehnsucht uns streckt ihre Arme aus, da hat der Harm seinen Platz.. die Selbstsucht, der Egoismus hat sich eingemietet und neben ihm die Schadenfreude ... da wohnt die Neigung zum Kleinlichen ... der Neid ... der Zorn ... die böse Luft ... was weiß ich alles! und daneben die Freude an der Wahrheit ... Opferwilligkeit ... Verzicht auf das eigene Behagen ... treue Mutterliebe ... ernste Vatertreue ... kindliche Demut ... langmütige geduld.. Nächstenliebe ... Begeisterung für das Vaterland ... Erhebung an Gottes Wort: das alles wohnt beisammen in einem kleinen Menschenherzen!

 

Und nun sag: was wohnte in Jesu Herzen? ...
Klopfe an , und du findest keinen der leidigen Bewohner , die bei uns zur Miete sind:

- nicht den Egoismus, der sich bläht: Ich ... ich ... und immer ich! ...

- nicht den Sorgengeist, dem das Gleichnis von den Vögeln unter dem Himmel und von den Lilien auf dem Felde ein Mysterium ist ...

- nicht die Lust am Vergänglichen, die von der Hand in den Mund lebt ...

- nicht die Ungeduld, die Gottes Zeit nicht kennt ...

- nicht die Ruhelosigkeit, die zwischen Furcht und Hoffnung einherhastet ...

- auch keine Spur von Nervosität, keine Spur auch von Menschenverachtung ...

dafür aber überall Liebe, warmherzige, heldenhafte Liebe, und Liebe erst recht da, wo sie keine Gegenliebe findet ... und Wahrhaftigkeit in Gedanken, Worten und Werken, Zartheit des Fühlens und Empfindens.. Wertschätzung des Kleinen ... Mitleid mit den Schwachen.. Lebenskraft und Todeskühnheit.. sagt an, wie soll ich das nennen?

Das ist wahrhaft göttlich! Und eben deshalb bekennen wir: Gott war in ihm, und in ihm war Gott. Seine Persönlichkeit war ein Tempel zu Gottes Ehre. Dieser Tempel war einmal aufgerichtet, aber fort und fort wird er erbaut, wo man die Mahnung versteht: Gehet hin und bauet des Herren Haus!

 

Das alte Haus haben wir verlassen ... das neue hat uns aufgenommen.

Aber kahl und unwohnlich wird`s bleiben, wenn wir nicht Hand anlegen. Zum Bauen sind wir berufen:

Kommt, laßt uns den Tempel unseres inneren Menschen auf- und ausbauen! Es ist nicht nötig, daß es ein Prachtbau wird mit weithin ragender Zinne und schimmernden Wänden: wenn das Haus nur auf Felsen gegründet wird! Es ist nicht nötig, daß es ein Palast wird, den man anstaunt: wenn`s nur recht stille und „heimelige“ Räume birgt!

Das Vorbild dieses Hauses ist der Tempel, den sich Gott als Bauherr in Jesu Christo erbaut hat; die Säulen sind dieselben, auf denen sein Lebensbau stand: Kindesliebe und Kindesvertrauen; der Schmuck des Hauses derselbe, der den Tempel seiner Persönlichkeit zierte: heiliger Geist! Geist der Demut und der Treue, Geist der Sanftmut und der Geduld, Geist der Kraft und der Zucht, Geist des Friedens und des Lebens! ...

Wir wissen nicht, wir lange uns noch Baufrist gewährt wird. Viele haben wir im vergangenen Jahre am unvollendeten Bau hinsinken sehen ... Männer, die noch Stockwerk um Stockwerk aufführen zu können wähnten.. Frauen, die sich noch mit keinen Gedanken um die Ausstattung des Hauses trugen.. Jünglinge und Jungfrauen, die kaum die erste Hand an den Bau gelegt hatten und nach hohem Bauziele strebten:

 

Wir aber dürfen noch an dem Bau stehen.

Wir lange noch? ... Der rechte Arbeiter fragt nicht darnach, wie lange er noch Stein auf Stein fügen darf: er tut schlichten Sinnes seine Schuldigkeit und vertraut dem Bauherrn. Der ruft zur Arbeit .. der ruft, wenn`s Zeit ist, zum Feierabend.

Das Jahr wird alt, das Jahr wird neu,
Gott aber ist stets neu und alt,
Neu in der Lieb`, alt in der Treu´,
Laßt uns auch leben dergestalt!

Laßt uns auch leben dergestalt:
So werden stets jahraus, jahrein,
Und grau und alt und todeskalt
Wir Gottes und Er unser sein!

Daß wir nur nicht säumen, des Herrn Haus zu bauen! ... Daß wir nur nicht wähnen, wir dürften`s bis auf gelegenere Zeiten wüste stehen lassen! ... Und daß wir allezeit vom festen Fundamente aus die Säulen aufrichten ...

über dem Portal des Naubaus aber soll die Inschrift stehen: Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe in Ewigkeit!

Amen.

Lesen Sie auch die Erläuterungen zum Projekt Historische Predigt!

 

Wie kann man diese Predigten heutzutage im Gottesdienst und in der Gemeindearbeit nutzen?

Diese vier hier abgedruckten Predigten wurden zum Jahreswechsel 1899 / 1900 (Altjahrsabend / Neujahrsmorgen / Neujahrsabend) von vom kaiserlichen Hofprediger Karl Storch in der Ulrichskirche zu Magdeburg gehalten.

Wir lesen die Predigten (vollständig bzw. in Ausschnitte) anlässlich der Jahreswende in verschiedenen Gemeindegruppen (Seniorenkreis). Wir besprechen sie und fragen uns z.B., was man davon und wie heute noch sagen und glauben kann und was man in unserer Zeit zu Beginn eines neuen Jahres weglassen, weitersagen bzw. neu und zusätzlich sagen sollte. (Eine Gemeindegruppe beschäftigte sich mit den Predigten unter dem Motto "Zeit in der Predigt - Predigt im Wandel der Zeit"

Natürlich ist die Sprache in diesen mehr als 100 Jahren alten Kanzelreden nicht inklusiv, die Denkweise des Predigers ist sehr patriotisch und geprägt von einem damals noch verbreiteten kämpferischen Protestantismus (gegen die „schwarze Gefahr aus Rom“) und „deutschen Tugenden“. Nimmt man dies als „Dokument jener Zeit“ und liest darüber hinweg, so findet man durchaus Gedanken, die anregen und einige, die man übernehmen und neu predigen kann.